Gedanken zwischen Himmel und Erde


„In der Unrast schenkst du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu…
Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein…"

Es ist schon erstaunlich, dass in diesem um 1200 entstandenen Heilig-Geist-Hymnus, der so genannten Pfingstsequenz, für den Heiligen Geist Bilder verwendet werden, die an Kühlung  und Wasser denken lassen. Meist verbinden wir ja mit dem Heiligen Geist eher feurige, „heiße" Bilder. Gerade in der lang anhaltenden Hitzeperiode dieses Sommers haben mich aber gerade diese „kühlen" Bilder sehr angesprochen:

Erfrischend und belebend ist dieser Geist Gottes – wie ein Brunnen mit kühlem Trinkwasser nach einem langen, anstrengenden Weg in der Hitze, wie das Waten mit bloßen Füßen in einem sprudelnden Bach, wie ein Bad in einem See oder Fluss am Ende eines heißen Tages. – Wo wir uns für die Dynamik Gottes, für seinen Heiligen Geist öffnen, da bleiben wir selbst frisch und lebendig. Wo wir der Kraft Gottes in uns Raum geben, da bleiben wir davor bewahrt, innerlich auszutrocknen und zu verdorren – und da können wir auch selbst für andere Menschen erfrischend und belebend wirken. Das ist uns ja auch zugesagt in der Taufe, in der wir das Wasser des Lebens und den Heiligen Geist empfangen haben.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie etwas von dieser erquickenden und belebenden Kraft des Heiligen Geistes auch in Ihrem Leben erfahren – nicht zuletzt, in dem Sie sich in diesen Sommertagen immer wieder einmal wie oben beschrieben eine kühle „Wasser-Erfahrung" gönnen.

In diesem Sinne – einen erfrischenden, geist-vollen Sommer!

Ihr Pfarrer Herbert Rochlitz

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